Kommunikation

Jeder von uns kam mit der Gabe der Telepathie auf die Welt. Es ist etwas ganz Natürliches, mit Gedanken und Gefühlen zu kommunizieren. Kinder tun es ganz automatisch. Sie sprechen mit Tieren, Pflanzen, Geistwesen, mit dem ganzen Universum. Sie haben noch einen natürlichen Zugang zum grossen Ganzen.

Leider wird diese Art der Kommunikation mit dem Erlernen der Sprache weniger und weniger, bis sie dann ganz verkümmert und man vergisst, dass es sie überhaupt gibt.


Wenn wir etwas lange nicht mehr machen, dann fehlt die Übung und schon bald vergessen wir es komplett.


Als Kind habe ich mit allem und jedem gesprochen. Ob laut oder nur in Gedanken hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt. Ich habe nicht mal darüber nachgedacht. Als ich klein war, wurde es noch mit einem Kopfschütteln als zu viel Fantasie abgetan. Aber als ich grösser wurde und klarstellte, dass ich wirklich verstehen würde was die Tiere zu erzählen hatten, reagierten viele Erwachsene verärgert und es hiess, dass ich lügen und Märchen erzählen würde um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Also verschloss ich mich den Stimmen mehr und mehr. Nur so konnte ich sicher sein, keinen Fehler zu machen und «normal» zu sein. Wenn man ausgelacht wird weil man mit unsichtbaren Wesen spricht, schämt man sich und fühlt sich irgendwann dumm. Wenn man nicht sagen darf, wie es dem Tier geht, was es gerne hätte und was man verändern könnte, dann ist es einfacher, wenn man sie gar nicht zu hört.


Als Erwachsene Frau begann ich die Ausbildung zur Tiertherapeutin und Tierkinesiologin. Ich hatte das grosse Bedürfnis, etwas Sinnvolles zu tun und nach wie vor fühlte ich mich mit Tieren wohler als mit Menschen. In der Kinesiologie arbeitet man mit dem Muskeltest. Ich fand diesen Test faszinierend aber irgendwie auch überflüssig. Jedes Mal, wenn ich etwas testen sollte, wusste ich die Antwort bereits im Voraus. Das hat mich zu Beginn sehr verunsichert, weil ich dachte, dass ich den Test durch meine Gedanken manipulieren würde. Aber es stellte sich dann schnell heraus, dass ich schon vor dem Test mit dem Tier mental in Kontakt kam und die Antwort vom Tier direkt erhielt. Der Test war somit nur die Bestätigung von etwas, das mir das Tier bereits mitgeteilt hatte.


Ich hatte die Gabe der Telepathie vergessen. Sie lag verstaubt und unbenutzt irgendwo in meiner Vergangenheit und ich hatte sie tatsächlich komplett vergessen. Entsprechend ungeübt und eingerostet war sie dann auch. Ich tat mich schwer, mir zu vertrauen und bis heute meldet sich die Unsicherheit meiner Kindheit immer mal wieder. «Das bildest du dir nur ein, das kann nicht sein. Das passt aber so gar nicht zu dem was ich weiss, deine Fantasie spielt dir etwas vor…». All die Reaktionen, die ich als Kind erfahren hatte, sind bis heute vorhanden und melden sich immer mal wieder. Aber heute weiss ich, wie ich damit umgehen kann und heute weiss ich, dass es eben nicht nur dumme Fantasien sind, die ich empfange. Ich habe gelernt, mir zu vertrauen und habe Werkzeuge gefunden, die mir helfen mich zu Erden, bei mir zu bleiben und meine Grenzen zu kennen.


Heute spreche ich wieder mit allem was man sieht oder auch nicht sieht. Ich lebe das aktive Kommunizieren mit den Tieren, den Bäumen, den Blumen und dem ganzen Universum. So ist das Sprechen mit den Waldbewohner, Grossmutter Mond und den Bewohnern der Anderswelt genauso real in meinem Leben wie Gespräche mit meiner Nachbarin oder der Verkäuferin an der Kasse.


Ich bin glücklich und dankbar, dass ich den Zugang zur nonverbalen Kommunikation wieder gefunden habe. Und wenn ich heute mal wieder mit dem Baum laut spreche, aber bei der Antwort mit meinem Mitmenschen vergesse den Mund auf zu machen, dann kann ich drüber lachen und nehme das gelegentliche Kopfschütteln mit Humor.


Erinnerst Du Dich auch an die Sprache der Telepathie? Versuche doch, sie wieder zu finden, sollte sie auch bei Dir in den Hintergrund gerückt sein. Und wenn Du das nächste Mal ein Kind siehst, das mehr hört und versteht als seine Mitmenschen, dann hilf ihm doch dabei, diese wunderbare Sprache zu behalten. So dass es nicht sein halbes Leben darauf warten muss, sie erneut zu finden.


Alles Liebe, Sarah



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