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Wenn der Atlas aus der Balance gerät

  • Autorenbild: Sarah Haas
    Sarah Haas
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Der Atlas ist der erste Halswirbel beim Pferd. Zusammen mit dem Axis, dem zweiten Wirbelkörper, bildet er das Atlantoaxialgelenk.

Dieses ist mit das wichtigste Gelenk, wenn es um die Stellung und Biegung geht. Der Übergang von Atlas zur Axis ist der Einzige, der eine Stellung des Kopfes zulässt.






















Was passiert also, wenn der Atlas rotiert ist, bzw. wenn das Pferd eine Blockade im Bereich des Atlas hat?




Nehmen wir als Beispiel eine Rotation des Atlas nach rechts. Auf der rechten Seite des Kopfes ist  dieser deutlich zu spüren, während er auf der linken Seite nach unten abgesenkt ist.

Das bedeutet, dass die Stellung auf die linke Seite immer noch ohne probleme funktioniert, auf der rechten Seite blockiert nun aber der rechte Atlasflügel die Bewegung des Gelenks. Wenn ich also jetzt als Reiter eine Stellung nach rechts fordere, bleibt dem Pferd nichts anderes übrig, als sich auf diese Seite zu verwerfen. Das hat nichts mit unmut oder böser Absicht zu tun, es ist ihm schlichtwegs nicht möglich, sich auf diese Seite zu stellen, wenn der rechte Atlasflügel dort die Bewegung blockiert.


Schuld an einem blockierten Atlas ist nicht nur die reiterliche Hand, auch weitere Faktoren spielen eine Rolle.

Neben den Zähnen und dem damit verbundenen Kiefergelenk, spielt auch die Halsmuskulatur eine grosse Rolle. Einige Muskeln setzen nämlich am Kiefergelenk an.  

 

Beim Pferd wachsen die Zähne nach. Oft haben Pferde eine bevorzugte Kauseite, was dazu führt, dass die Zähne auf dieser Seite stärker abgenutzt werden. Oder das Pferd hat schon längere Zeit keinen Zahnarzt mehr gesehen und schmerzhafte Haken, die dann zu einer Schonhaltung führen. Aber auch Heuraufen können ein Grund sein, wieso das Pferd seine Zähne einseitig mehr abnutzt. Das führt dann automatisch dazu, dass der Kiefer mit der Zeit schief wird. Das Kiefergelenk versucht das dann auszugleichen, was schlussendlich dazu führt, dass der Atlas sich in die Gegenrichtung korrigiert.

 

Ein schiefes Kiefergelenk hat aber auch Einfluss auf die Halsmuskulatur. Diese fängt auf der einen Seite an sich zu verkürzen, folglich wird die andere Seite leicht überdehnt. Das führt zu Verspannungen im Nacken- und Halsbereich.


Von Zähnen bis Halsmuskeln - der versteckte Einfluss auf den Atlas


Wenn ich als Therapeut jetzt den Atlas wieder in seine natürliche Position bringe, dabei aber das Kiefergelenk und die Halsmuskulatur nicht behandle, ist das Problem nur für kurze Zeit gelöst. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Atlas wieder rotiert und das Spiel von vorne beginnt.


Es ist also wichtig, dass neben der Behandlung des Atlas auch die Zähne bearbeitet werden, so dass dann das Kiefergelenk und die Halsmuskulatur wieder in Entspannung kommen können.



 
 
 

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